Der Schritt auf’s Web-Parkett – Teil I: Die Bekanntheit steigern

EDIT 2: In der Ausgabe 05.14 in der unternehmer WISSEN geht es ab Seite 14 auch um das Thema „Linkaufbau für Anfänger“.

EDIT 1: Im Mai gibt es ein Webinar von Bloofusion zu diesem Thema.

Es wird bekanntlich immer schwerer eine neue Marke im Internet bekannt zu machen. Es vergeht kein Tag ohne dass einem in irgendeiner Online-Werbung eine neue Seite (meistens ein Start-Up) auffällt. Die naheliegende Anschlussfrage lautet: Wie um Gottes Willen können es all diese großen und kleinen Seiten schaffen, sich zu etablieren? Ist das überhaupt möglich? Wo soll man überhaupt anfangen? Neben diesen Fragen, die sich wahrscheinlich jeder stellt, der auf so ein neues Portal trifft, taucht immer auch eine besonders dringende auf: Hat diese Seite überhaupt eine Daseinsberechtigung, da sie doch so viele Konkurrenzseiten hat? Tatsächlich: Je größer die Zahl der Konkurrenten, desto unwahrscheinlich ist es, dass die Marke es zum Erfolg schafft.

Ein wesentlicher Teil der Arbeit im Online Marketing ist die Öffentlichkeitsarbeit. Früher hieß das Linkbuilding. Heute ist es das ein ganzheitlicher Ansatz, der fälschlicher Weise gerne Content-Marketing genannt wird. In diesem kurzen Blogbeitrag möchte ich allen Mitstreitern einige Tipps an die Hand geben, mit denen sie ein neues Projekt mit relativ wenig Aufwand bekannter machen können – die ersten Schritte auf dem Web-Parkett sozusagen.

Teil I: Die Bekanntheit mit Links steigern

Die wichtigste Botschaft vorab: Ohne Links geht es nicht. Keinen Link zu haben, signalisiert, dass die Seite keine Relevanz besitzt. Niemand weiß genau, welchen Einfluss Links tatsächlich haben, aber eines kann jeder Online Marketing Berater mit Sicherheit sagen: Eine Seite, die keine Links hat, wird immer nur einem kleinen Insider-Kreis bekannt sein – Leuten, die die Seite von Hand in die Adresszeile eingeben. Wenn es sich aber nicht gerade um einen Verein handelt, sondern um ein Unternehmen, das handfeste Gewinnabsichten hat, sollte man an dieser Schraube aber etwas drehen. Die ersten Links aufzubauen ist aber gar nicht so schwer und kann sogar Spaß machen.

#1 Branchenbücher

Yelp.de und Co. gehören zu den bekanntesten Branchenbüchern im Internet. Hier kann sich jeder eintragen, der eine Webadresse hat, hinter der eine Firma mit richtiger Postanschrift steht. Fast jede dieser Seiten prüft die Anträge/Einträge auf Plausibilität und schaltet sie erst dann frei. Es lohnt sich also etwas Geduld zu habe, denn auf diese Weise erhält man die ersten (kostenlosen) Links. Finger weg von Linkverzeichnissen, die keiner kennt und die keine Relevanz für die eigene Branche besitzen!

#2 Links auf die eigene Domain prüfen

Dieser Tipp eignet sich eigentlich nur für Domains, die älter sind und schon einige Links besitzen. Er ist also nur für Betreiber interessant, die eine alte Domain aufgekauft haben. Sie sollten prüfen, wohin die Backlinks auf der Domain verweisen. Die Deeplinks sind interessant, also die exakte Zielseite der Domain. 404 Backlinks sollte man intern umleiten oder (noch besser) den Seitenbetreiber, der auf eine 404-Seite verweist, bitten, auf eine bessere Seite zu verweisen. Manche Seiten besitzen mehrere Hosts. Hier sollte man auch regelmäßig prüfen, ob einer dieser Hosts (fälschlicher Weise) einen Link erhalten hat und ihn umleiten (lassen). Denn selbst, wenn die Seite intern korrekt (per 301 Weiterleitung) umgeleitet wird, überträgt ein direkter Link immer noch den meisten Linkjuice.

#3 Sich beteiligen

Ehrliche Kommunikation ist, was ich bevorzuge. Denen, die nicht verstehen, was ich meinte, empfehle ich „Bernhard Bueb: Die Macht der Ehrlichen.“. Darin beschreibt Bueb, etwas, das eigentlich eine universelle Weisheit ist: Wer ehrlich kommuniziert, wird zwar nicht über Nacht, aber zumindest langfristig Erfolg mit seiner Einstellung haben. Ehrlich zu sein, bedeutet aber auch, sich nicht um der Links wegen an der öffentlichen Kommunikation im Internet zu beteiligen, sondern, weil er wirklich etwas zu sagen hat. Deswegen mein Tipp, sich ehrlich an Diskussionen zu beteiligen und nichts Halbherziges zu verfassen. Jede Form der Kommunikation ist und soll ein Türöffner sein. Für mindestens einen der Beteiligten wird sie eine Tür in eine neue Welt sein. Ich möchte nicht übertreiben, aber das sollte zumindest das Ziel einer Botschaft sein. Deswegen: Man sollte sich so viel wie möglich an Diskussionen im Internet beteiligen (dazu ist es schließlich da!) und auf diesem Wege auch mal einen Link mitnehmen (z.B. über Kommentare oder Gastartikel). Aber nur, wenn man es Ernst meint, wird die investierte Arbeit langfristig Früchte tragen. Gastartikel beispielsweise sollten in ausgewählten (Spezial-)Medien erscheinen, die im Rahmen einer vertrauensvollen Zusammenarbeit entstanden sind. Also: Dort informieren, wo die wichtigen Informationen stehen, gegebenenfalls (öffentlich) nachfragen und kommentieren, aber niemals: Plaudern. Das war zumindest bisher mein Erfolgsgeheimnis 😉

Für alle, die tiefer in’s Thema einsteigen wollen:

21. April 2014 von nadine
Kategorien: Content-Marketing, Links, Webshops | Kommentare deaktiviert für Der Schritt auf’s Web-Parkett – Teil I: Die Bekanntheit steigern

SEO für PDF: ausgelagerte Dateien optimieren

„Das Internet ist voller nützlicher Informationen, übersichtlich gestaltet und wird niemals langweilig…“ würde ich gerne schreiben. Wenn es der Wahrheit entspräche. Es gibt zwar viele kommerzielle Seiten, die sich um hochwertigen Content bemühen. Aber eben auch solche, die alle Informationen, die ihnen zu ihrem Thema in die Hände fallen, veröffentlichen. Die Crux: Nicht alle Informationen, die man sinnvoller Weise in einer Broschüre verpackt, sind für den Webauftritt relevant.

Bei der Auswahl kann man sich entweder auf die Top-Themen und damit die Top-Keywords der Branche fokussieren, die zu diesem Zeitpunkt bekannt sind. Man übernimmt dann nur die Inhalte, die für das Unternehmen aus den Kriterien der Suchmaschinenoptimierung relevant sind. Oder man zäumt das Pferd von hinten auf und recherchiert ausführlich nach Keywords, sortiert die unwichtigen Themen aus den bereits vorhandenen Materialien aus und erweitert sie nach den Vorgaben dessen, was die Keywordrecherche ergab.

Wie auch immer man sich entscheidet: Sobald das Thema der Inhalte steht und sie vorliegen, müssen sie sinnvoll strukturiert werden. Jetzt kommen auch die Inhalte ins Spiel, die nach der Recherche verschmäht wurden, aber bereits vorliegen (zum Beispiel als Broschüre). Kurze Abschnitte lassen sich in Textfelder mit Ziehharmonikaeffekt verpacken. Längere Abschnitte, die tief in eine Materie eindringen, listet man am besten zu Beginn des Textes in einem Inhaltsverzeichnis auf, das man mit Sprungmarken auszeichnet. Ihnen muss der Leser nur dann folgen, wenn ihn das Thema wirklich interessiert.

Alle anderen Inhalte (z.B. Scans von Broschüren) lagert man am besten in Dateien, vorzugsweise PDFs aus. Aber auch auf die lohnt sich ein Blick mit der SEO-Brille (Die Standardausrüstung für SEO-Trainees. Sieht und findet überall technische Probleme auf Webseiten und blendet alles andere aus. Quasi Sonnenschutz und SEO-Tool in einem). Wie das geht, habe ich kurz zusammengefasst:

Dateieigenschaften

Die Dateieigenschaften eines PDFs lassen sich nachträglich mit Programmen wie BeCyPDFMetaEdit bearbeiten.

Dateiname

Der Dateiname sollte durch einen Bindestrich voneinander getrennte Begriffe enthalten, darunter zumindest ein Hauptkeyword, z.B. vegan-und-fit-die-anleitung.pdf

Title

Der Title wird als Titel in den Suchmaschinen angezeigt. Er sollte relevante Keywords enthalten und maximal 70 Zeichen, z.B.: Vegan und fit – die Anleitung

Author

Firmen- oder Personenname

Subject (Thema)

Das Subject kann entweder mit dem Title identisch oder eine Variation davon sein.

Inhalt

Bilder

Bilder sollten komprimiert eingefügt werden (zum Beispiel weboptimiert mit Adobe Fireworks) und Bildunterschriften enthalten. Aber: Eher Text anstatt Bilder verwenden.

Verlinkung

Das PDF-Dokument sollte möglichst prominent auf der eigenen Webseite, z.B. der Startseite oder einer wichtigen Kategorieseite, platziert werden. Um als Authorität im in einem bestimmten Bereich aufzutreten, könnte ein neues Verzeichnis z.B./anleitungen-für-veganer angelegt werden. Das Zielverzeichnis sollte auch intern noch ca. zwei Mal von bereits indizierten Seiten verlinkt werden.
Außerdem sollte das PDF Links zu vereinzelten Unterseiten der eigenen Website enthalten. Diese Links sollten mit keywordreichen Ankertexten versehen werden.
In der Fußzeile sollte neben der Urheberrechtsangabe und der Seitenzahl auch ein Link zur eigenen Startseite eingefügt werden. Wenn das eigene PDF auf anderen Webseiten veröffentlicht wird, bekommt man auf diese Weise Backlinks.

Text

Da es für PDF Dateien keine Meta Description gibt, hat man wenig Einfluss auf das von Google dargestellte Textsnippet. Deswegen sollte die erste Seite textreich und auf Keywords ausgerichtet gestaltet werden. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Google diesen Abschnitt als Snippet nimmt. Außerdem sollten Überschriften und Zwischenüberschriften verwendet werden, die ebenfalls auf Keywords abgestimmt werden. Im gesamten Fließtext sollten Keywords sinn- und maßvoll verwendet werden.

Streuung

Wenn das PDF auf der Seite veröffentlicht ist, sollte es über möglichst viele Kanäle gestreut werden, die das Thema behandeln. Das kann eine Facebook-Seite, eine Google+-Seite oder eine XING-Gruppe sein. Vereinzelt eigenen sich auch Foren, die einen Bereich für Tipps bereitstellen.

19. Februar 2014 von nadine
Kategorien: Content-Marketing, Webshops | Schlagwörter: | Kommentare deaktiviert für SEO für PDF: ausgelagerte Dateien optimieren

Kategorien- und Produktbeschreibung optimieren

Zurzeit arbeite ich an einigen Produkt- und Kategorientexten. Gerade den Texten auf Produktdetailseiten wird wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Kein Wunder, schließlich befinden sie sich in der tiefsten Verzeichnisebene eines Webshops. Ich finde es wichtig, auch für diese Texte eine Strategie zu erstellen, die die wichtigste Frage beantwortet, nämlich: was und vor allem wen man mit dem Text erreichen möchte.

Hier habe ich mich informiert:
T3N – Produktübersichten im Onlineshop
shopseo.de – 10 Tipps für eine gute Produktbeschreibung
Nielsen Norman Group – User-centric vs. Maker-centric Language

Was ich sehr begrüße, ist Niels Baumbach’s Ansatz, die SEO-Aspekte zugunsten des Mehrwerts für den Nutzer zurückzustellen. Wer Produkt- und Kategorientexte nur für die Suchmaschine verfasst, tut seinen echten Besuchern keinen Gefallen. Wer das erste Mal auf der eigenen Shopseite gelandet ist, soll auch Orientierung bekommen – und die steckt nicht nur in den Quickviews, sondern auch in Produkt- und Kategorientexten.

Kategorientexte optimieren

  • Baue am besten eine „kleine Landschaft“ um die Produkte der Kategorie auf. Konkret bedeutet das: Sei Dir des Haupt- und der Nebenkeywords in der Kategorie bewusst. Beispielsweise: Hauptkeyword – Tische, Nebenkeywords – Esstische, Couchtische und Schreibtische. In einem einleitenden Absatz beschreibst Du das Haupt- und in 1-3 weiteren Absätzen die wichtigsten Nebenkeywords, die Du auch fetten solltest.
  • Damit Leser den Text wirklich gerne lesen, solltest Du auch auf den Textfluss achten. Zwischen zwei Absätzen sollte es im besten Fall einen logischen Zusammenhang geben, denn sonst handelt es sich nur um Aufzählungen ohne Aufzählungszeichen :)
  • Pro Absatz kann auf ein oder zwei der Top-Produkte aus der Kategorie verlinkt werden. Der einleitende Absatz sollte unverlinkt bleiben.
  • Nur ein kurzes Wort zur Keyworddichte: Das Hauptkeyword sollte, wenigstens in Variationen, mehr als einmal im gesamten Kategorientext vorkommen. Die Nebenkeywords (logischer Weise) mindestens einmal. Am besten einmal im Einleitungstext und einmal in ihrem eigenen Absatz – am besten fett gedruckt.

Die Produktbeschreibung optimieren

Warum sollte man im Online Shop so viel Wert auf Produktbeschreibungen legen? Ganz einfach: Für den Besucher sind Bild und Text oft der erste Zugang zum Produkt im Webshop.

  • Nicht alle Besucher verstehen Fachausdrücke. Um sie zu verstehen, müssten sie zusätzlich Zeit investieren – ein „Mehraufwand“, den sich viele gar nicht leisten wollen. Bevor man sie verwendet, sollte man sichergehen, dass die Besucher mehrheitlich aus Stammkunden bestehen, die sich damit auskennen.
  • Ist davon auszugehen, dass die Besucher die speziellen Funktionen nicht erwarten, kann man sie trotzdem verwenden – aber in Verbindung mit einer Beschreibung ihres Mehrwerts.
  • Häufig gesehen: Die Unsitte der Phrasendrescherei, die sich häufig in Mehrfach-Komposita ausdrückt. Ich schlage vor, solche Ungetüme in Konstruktionen aufzulösen, in denen das Verb vorangestellt wird.
  • Die richtige Ansprache: Die Zielgruppe richtet sich natürlich nach den angebotenen Produkten oder Dienstleistungen. Die „edle“ Variante ist die Ansprache „Sie“, die „jugendliche“ die mit „Du“.

29. Oktober 2013 von nadine
Kategorien: Webshops | Schlagwörter: , | Kommentare deaktiviert für Kategorien- und Produktbeschreibung optimieren

Über den richtigen Zeitpunkt – Zielgruppenansprache bei der Content-Verbreitung

Eine empfehlenswerte Quelle für nahezu alle Online-Marketing-Kanäle aber insbesondere SEO und Content-Marketing ist: stateofdigital.com. Seit neuestem tummele ich mich des öfteren auf der Verzeichnisebene stateofdigital.com/category/content-marketing-articles.

Hier habe ich einen interessanten Artikel zum Thema Content Verbreitung gefunden. Ben Hollbrook argumentiert darin damit, dass man (aus journalistischer Sicht) eigentlich schon ein Experte auf dem Gebiet sein muss, wenn man seinen Artikel verbreiten möchte. Das bedeutet ganz konkret: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung eines Artikels muss der Autor ein echter Experte auf diesem Gebiet sein!

Warum? Sonst bekommt man auf externen Quellen zwar den Link, aber nicht die damit zusammenhängende gewünschte Reputation für die Seite, auf der der Artikel ursprünglich erschienen ist.

Aber es gibt auch gute Nachrichten, denn man kann Reputation auf vielfältige Art erhalten. Damit dem Artikel die notwendige Reputation „anhaftet“, kann man auch bei einem Event (z.B. einer Konferenz) dabei gewesen sein oder durch Forschung (z.B. eine Studie) etwas neues herausgefunden haben.

Wenn diese Voraussetzungen stimmen, muss man die gesammelten Informationen zum richtigen Zeitpunkt der richtigen Zielgruppe vermitteln.

  • Zielgruppe: Wer hat grundsätzlich Interesse an diesem Thema?
  • Organisationen und Gruppen identifizieren: Wo und wie organisiert sich die Zielgruppe?
  • Kanäle finden: Auf welchen Kanälen ist die Zielgruppe unterwegs?

In die Suche nach der Zielgruppe sollte man die meiste Zeit investieren. Je genauer die Zielgruppenanalyse ist, desto besser. Man sollte sich schon vorher darüber bewusst sein, dass es Bereiche gibt, deren Zielgruppen sehr heterogen sind. Es bringt aber nichts, ihr den Content einfach „hinzuklatschen“; es ist besser, etwas zu warten, bis die Zielgruppe sich von selbst (am besten noch kritisch/polemisch/meinungsbezogen) zu dem Thema äußert und auf den „fahrenden Zug aufzuspringen“.

27. Oktober 2013 von nadine
Kategorien: Content-Marketing | Schreibe einen Kommentar